Aus dem Tagebuch einer Campinhaberin

Tagebuch

Kapitel

- Krokodil "Isolde" auf Diät

- Das Leopardenbaby

- Von Vögeln, Pavianen und Plastikschlangen

- Paviane und Ziegenbein

- Pirschfahrt mit Geparden

- Die Löwen von Komboia

- Die Löwen in der Serengeti

- Eros in Afrika

 

Krokodil "Isolde" auf Diät

schwein2Unser Hauskrokodil heißt Isolde, Gäste gaben dem ca 3 Meter langem Krokodil das fast immer bei uns "wohnt" diesen Namen, obwohl wir natürlich nicht nachsehen können ob es überhaupt weiblich ist... Wir waren gerade beim Nachmittagskaffee als es unten am Fluß plötzlich Tumult gab, da war das Quicken von Warzenschweinen zu hören und ein platschen im Wasser das auf etwa "Großes" hindeutete.... also nachsehen. Unten am Flußufer rannten 4 kleine aufgeregte Warzenschweinbabys quickend hin und her aber die Mutter war nicht zu sehen. Des Rätsels Lösung, die Mutter war beim trinken nicht vorsichtig genug gewesen und unsere Isolde hat zugeschnappt in Erwartung eines schmackhaften Lunches... Das konnten wir natürlich nicht mit ansehen, da mußten wir eingreifen die armen 4 Kinder wären sonst dem Tode geweiht.. Also los mit Stöcken und Steinen bewaffnet runter zum Fluß wo die Warzenschweinmutter heftig zappelnd um ihr Leben kämpfte während Isolde sie fest im Griff, also im Maul, hatte. Die Kunst war jetzt so nah wie möglich ranzukommen ohne selber in den Fluß zu fallen. Wir schafften es schließlich Isolde mit immer noch zappelnder Beute in eine etwas engere Bucht zu treiben wo wir dann vom Ufer aus mit Stöcken auf Isolde einschlagen konnten. Das wurde ihr dann schnell zu viel und sie mußte den Biß lösen, somit war das Warzenschwein frei. Nun stand das arme Tier aber dermaßen unter Schock daß es keinen Ausweg fand und es kostete uns viel Mühe und Einsatz das Warzenschwein zum Ufer zu bugsieren während dessen Isolde vom erneuten zuschnappen zu hindern und die 4 Babys nicht zu verscheuchen. Es gelang uns schließlich und die erschöpfte Warzenschweinmutter kletterte ans Ufer und nun konnten wir auch sehen daß es sich gelohnt hatte, die Wunde am rechten Hinterlauf und rechter Pohälfte war nicht sonderlich tief, sie würde damit keinen Schönheitswettbewerb mehr gewinnen, aber damit rechnet man als Warzenschwein wohl ohnehin nicht... Wir sehen die Mutter mit Ihren 4 Jungen immer wieder mal, für uns ist sie ja leicht an der Vernarbung zu erkennen und so wie es aussieht kriegt sie alle 4 Kinder durch. Daß Isolde vorübergehend auf Diät geschickt wurde hat sie uns hoffentlich nicht übel genommen und vielleicht hat sie ja inzwischen wieder Beute gemacht ohne von uns beim Essen gestört zu werden. Gerdi April 2012

Das Leopardenbaby
lepbabEiner der schönsten Aussichtspunkte vom Camp in den Park liegt vor dem Restaurant am Lagerfeuerplatz. Regelmäßig entführten wir Restaurantstühle, um dort einen Kaffee zu trinken. Eines ruhigen Nachmittags aber bauten uns die "Jungs" (die Köche und der Gärtner) doch tatsächlich eine gemütliche Holzbank dorthin!!!
Dieses Teil musste natürlich am nächsten Morgen auf seine Tauglichkeit geprüft werden und so entschlossen wir uns, den Sonnenaufgangskaffee stilecht auf dieser Bank einzunehmen...vor uns das fast ausgetrocknete Flussbett des Talek, auf der anderen Uferseite ein großer Feigenbaum und dahinter die Morgensonne - welche Idylle!
Plötzlich ein Rascheln im Feigenbaum und dann, gegen die Sonne nur als Silhouette undeutlich zu erkennen, ein Schatten auf einem der dicken Äste! Nur, von was? Irgendwie sah es ja aus wie eine viel zu dicke Ginsterkatze mit zu kurzen Beinen. Und etwas unbeholfen für so ein elegantes Tier war es auch.
Also, kurze Absprache...einer bewacht den Schatten, einer holt Fernglas und Fotoausrüstung...
Als endlich die Ausrüstung da war, konnte man natürlich von dem mysteriösen Ding nichts mehr sehen, aber Rascheln und runterfallende Blätter verrieten nach wie vor die Anwesenheit. Und, wie sagt man so schön in Kenia? "Polepole", nur die Ruhe...und wir hatten ja eine gemütliche Bank und reichlich Kaffee.
Plötzlich knackt und kracht es erbärmlich im Feigenbaum und unsere dicke Ginsterkatze fällt mit Unmengen von Laub bestimmt vier Meter tief auf den Savannenboden - und ist im Fotokasten!!!
Gelobt sei die heutige Technik, denn noch immer stand die Sonne so tief, dass das bloße Auge das Gesehene kaum glauben konnte! Der Bildschirm der Digitalkamera lieferte aber den deutlichen Beweis: Es ist ein Leopardenbaby...und es ist unter dem Feigenbaum in den Busch verschwunden!
Moment mal, wo ein Baby, da auch eine Mutter! Vielleicht sollten wir doch lieber irgendwem im Camp Bescheid geben, nicht, dass sie schon auf dem Weg in die Küche ist...
Gar nicht so einfach, früh um sieben schon jemanden aufzutreiben, aber Koch und Campmanager waren dann doch zur Stelle. Muss man erwähnen, dass die beiden nicht wirklich glauben wollten, was die "Mgeni" ihnen da an Buschgeschichten auftischen wollten? Ein Pavian wird es wohl gewesen sein.
Gerade wollten wir uns über diese Ungläubigkeit aufregen, als unser Leopardenbaby (und es war tatsächlich eines) zusammen mit einem Geschwisterchen wieder die Bühne betrat. Jetzt war die Aufregung groß und Busch und Baum wurden den ganzen Tag über bewacht - denn es fehlte nach wie vor die Mutter!
Pünktlich zum Sonnenuntergang erschien sie dann endlich. Leider ohne Beute, denn wir hatten uns natürlich schon ausgemalt, wie sie nun eine fette Antilope in den Baum zerren würde - aber seis drum. Anstelle davon ließ sie ihre Kinder vor unseren Augen im trockenen Flussbett spielen und von Stein zu Stein springend die Welt erkunden.

Zwei Tage später mußte die Leopardenfamilie allerdings von den Rangern vertrieben werden, da die Leopardenkinder ihre Streifzüge nun bis auf die Zeltverandas ausdehnten...eigentlich schade, aber bis dahin ein unvergleichliches Erlebnis!

Oktober 2008
Christiane

Von Vögeln, Pavianen und Plastikschlangen

paviDraußen tobt ein Zwitscherwettbewerb: Die vier großen, dunkelblauen Glanzstare wollen wohl der ganzen Maasai Mara mitteilen, dass es heute Reis und Gemüse zum Mittagessen gibt, während die kleinen, gelben Weber ganz aufgeregt versuchen, schon mal ein wenig davon abzubekommen. Die Aufregung ist deshalb groß, weil wir die Fütterung der Vögel für eine Weile einstellen mußten. Unser Vogelhaus wurde von einem Pavian maltretiert und fast täglich zerstört. Mein Gärtner Martin hat es mit nicht endend wollender Geduld immer wieder ausgebessert und aufgehängt und immer wieder haben wir uns neue Techniken ausgedacht, um den Pavian auszutricksen. Gäste haben es schon als eine Art Privatkrieg zwischen mir und dem Pavian betrachtet.
Das Häuschen hing erst im Baum. Das war ein Leichtes für den Pavian: Auch nachdem wir es an langen Drähten hängend in den dünnen Ästen befestigt hatten, war es ein Kinderspiel für ihn, es von den dicken Ästen aus zu sich herüber zu ziehen.
Dann haben wir das Häuschen auf einen Metallpfosten gesetzt - was allerdings die Fütterung erschwerte, da man nun jedesmal ein Seil lösen und das Häuschen per Seilwinde runter lassen und wieder hochhieven musste. Aber auch das hat den Affen nicht abgehalten. Also haben wir die Metallstange mit Schmierfett eingschmiert...das hat der Pavian dann mit Begeisterung abgeleckt??!!
Also haben wir dem Schmierfett frisches Chilli aus unserem eigenen Gemüsegarten zugesetzt und siehe da, es schmeckte wohl nicht mehr! Er nahm jedenfalls erstmal wild schimpfend reißaus.
Aber er kam wieder und nachdem man das Fett jetzt nicht mehr essen konnte, versuchte er wieder, die Stange zu erklimmen. Es war ein sehr sportlicher Akt! Nachdem er zum 3. oder 4. mal wieder runtergerutscht ist, hat er es sogar mit Anlauf versucht, aber da hatte ihn mein Gärtner schon entdeckt und das Häuschen wieder mal gerettet.
Von meinem letzten Besuch in Deutschland habe ich eine recht lebensecht aussehende Plastikschlange mitgebracht. Das hat schon früher auf Campingsafaris die Paviane erschreckt, und so habe ich die Schlange sehr gut sichtbar um einen Pfosten an meiner Veranda dekoriert. Der Wasserstand im Fluß ist derzeit recht hoch, also weiss ich noch nicht recht, ob es an der Schlange oder an der erschwerten Flußüberquerung liegt, dass seitdem keine Paviane mehr da sind...
Aber es fand sich ein anderer, der die Schlange für einen Feind hielt: Ein Waran! Der kommt auch immer hier vorbei und schaut, ob vom Personal beim Essen was liegengeblieben ist. Als er die Schlange sah, ist er erst erstarrt und hat sich dann angepirscht. Ich saß auf meiner Veranda und traute mich nicht mal mehr zu atmen. Er kam so nah heran, dass er wohl riechen konnte, dass es nur eine Attrappe war und keine Gefahr darstellt, aber es war wirklich spannend.
Meine armen Massai Angestellten wiederum fürchten die Schlange sehr, obwohl ich ihnen gezeigt habe, dass sie nicht lebt und nur aus Plastik ist. Trotzdem, keiner wollte sie auch nur anfassen. Jetzt hoffe ich, dass meine Plastikschlange nicht irgendwann einem Massai zum Opfer fällt, der sie dann mit der Panga "tötet".
Und bis die Paviane herausgefunden haben, dass die Schlange harmlos ist, freu ich mich an meinem Vogelgezwitscher.

Mai 2009
Gerdi

Paviane und Ziegenbein

Eine Campingsafari führte uns an den Lake Bogoria, die Brutsstätte von 1,2 Millionen Flamingos und einer urtümliche Landschaft mit heißen Quellen am Seeufer.
Wir hatten noch das Glück dort „wild“ campen zu dürfen, das ist inzwischen verboten und man muss sich mit den normalen Campingplätzen am Seeufer begnügen die dann tagsüber von „Lunch-Touristen“ heimgesucht werden.
Aber wir hatten noch das Glück ganz hinten am See zwischen riesigen Feigenbäumen unser Lager aufzuschlagen. Hier gibt es auch einen Süßwasser Zufluss zum See der durch die heißen Quellen auf Badewannentemperatur angeheizt ist, das wiederum und die ausgewaschenen Pools im Fluss laden zum baden ein. Vor allem wenn man eben eine sehr abenteuerliche Strecke zurückgelegt und ein Zeltcamp aufgebaut hat.
Der Campaufbau verlief sehr friedlich obwohl wir uns stark beobachtet fühlten. 4 große Pavian Männchen hatten rund um uns Position bezogen und verfolgten unser Tun recht aufmerksam.
Ramona und Christiane vom Nürnberger Tiergarten, unsere Gäste, sind sehr erfahren im Umgang mit Tieren und vor allem Ramona ist als Revierleiterin der Primaten überaus erfahren im Umgang mit Affen jeder Art.
Als sie die großen Paviane sah war sie recht erstaunt über deren Größe. Dazu muss man wissen dass die Paviane von Bogoria während einer großen Dürre als letzte Überlebens Chance anfingen Flamingos zu jagen. Als „Fleischfresser“ seit nunmehr 4 Generationen sind diese Paviane recht stattlich geworden.
Nun war zum Abendessen Ziege vom Grill geplant und Toni, unser Koch, salzte ein Ziegenbein ein und hängte es an einem Expander  in den Baum neben dem Feuerplatz.
Ramona die das Ganze Stirn runzelnd beobachtete meinte nur sie gibt dem Ziegenbein keine 10 Minuten da im Baum. Zur Sicherheit hat sie schon mal die Paviane mit wilder Gestik und einem großen Stein in der Hand vertrieben.
Als dann Ramona und Christiane zum baden gingen und Toni im Zelt verschwunden war, nahmen die Paviane die Chance wahr die nun geschwächte Gruppe, es war ja nur noch ich übrig, anzugreifen. Zur Ablenkung versuchten 2 Paviane durch das halboffene Autofenster einzudringen und schafften es eine Tür mit Zigaretten und Regenjacke raus zu ziehen.
Die Ablenkung war gelungen denn ich versuchte natürlich die Tüte zu retten, ein unmögliches Vorhaben da ich ihnen ja nicht auf die Bäume folgen konnte. Die Gelegenheit hatte zwischenzeitlich ein anderer Pavian genutzt und versuchte das Ziegenbein zu klauen. Er hatte seine beachtlichen Zähne in das Fleisch gegraben und ich versuchte es zu retten, als ich einen großen Stein in der Hand wild gestikulierend auf den Pavian zuging lies er tatsächlich von dem Ziegenbein ab, aber nur um mir zu drohen, und DAS ist sehr imposant. Der Stein fiel mir aus der Hand und mein Mut sank genauso schnell wie mein Arm, er hatte gewonnen.
Da allerdings das Ziegenbein an einem elastischen Expander hing dessen elastische Kapazität bald erschöpft war, schnellten das Ziegenbein und der Pavian zum Baum zurück, das hat ihn stark beeindruckt und er lies wieder los, in diesem Moment kam zum Glück auch Toni dazu und hat mit wesentlich mehr Einsatz und Mut das Abendessen verteidigt. Der Pavian musste aufgeben, das Ziegenbein wurde dann aber trotzdem vom Speiseplan gestrichen.
Die Tüte mit den Zigaretten „fiel“ irgendwann aus den Bäumen und alle Päckchen waren aufgerissen und eingesabbert, auch die Regenjacke kam irgendwie zu uns zurück und hat einen sehr starken Geruch verbreitet. Im nächsten Dorf wurde sie verschenkt.
Seither haben wir Metallboxen mit Schloss dabei, für die Campingplätze mit Fleisch fressenden Pavianen und achten auch auf ganz geschlossenen Fenster und Türen.

 

Pirschfahrt mit Geparden

Auf der letzten Nachmittagspirsch habe ich endlich "unsere" Gepardenmama wiedergesehen. Sie hatte sieben Junge geworfen. Drei davon haben überlebt und die sind jetzt putzmunter und schon fast ein halbes Jahr alt. Die beiden Jungs und ein Mädchen lernen gerade spielerisch das Jagen und es ist ein wahre Freude, sie zu beobachten. Sie finden jeden Käfer hochinteressant, jagen jeden Schmetterling und sogar für weiße, kleine Blumen interessieren sie sich. Wenn man dann natürlich auf eine Schildkröte trifft....erst mal anschnuppern und mit den Pfoten anstubsen. Na, da bewegt sich ja gar nichts, also das Ding mal wenden. Die Schildkröte fühlt sich hoffentlich sicher genug in ihrem Panzer, ansonsten erlag sie wohl eben einem Herzinfarkt.
Die Gepardenkinder haben noch nicht genug und jetzt versuchen sie sogar, die Schildkröte bergab zu rollen... und plötzlich naht die Rettung der Schildkröte in ganz anderer Form: eine Servalkatze kam ins Blickfeld! Die Geparden haben sofort erkannt, dass sich hier deutlich mehr bewegt, also auf die Jagd: Die Servalkatze hoffte erst auf genügend Deckung im hohen Gras - das schlug fehl - und versuchte dann zu fliehen, aber auch das ist kein leichtes Unterfangen, wenn der Gegner schon mal über 100 km/h läuft. Die Rettung der Katze war nur,dass die Gepardenmutter gar kein Interesse an dem Spiel zeigte und sie ein Loch im Boden fand, in dem sie sich rückwärts verzog. Das Loch war nicht sehr tief und die Geparden versuchten natürlich, sie zu attackieren. Aber die Servalkatze verteidigte sich sehr tapfer, fauchte ganz böse aus ihrer Höhle heraus und versuchte, nach den "Feinden" zu schlagen. Irgendwann war es den Geparden dann wohl wieder zu langweilig...oder ein Schmetterling oder eine Blume lenkte sie ab...wie gesagt, sie lernen gerade eben erst das Jagen ...und sie brauchen wohl doch noch ein wenig Zeit.

Mai 2009
Gerdi
 

Die Löwen von Komboia

leoauto1Ein schöner ruhiger Campingplatz am Eingang zum Tsavo West NP, gar nicht so weit weg von der Hauptstraße Mombasa – Nairobi.
Hier haben wir immer gerne gecampt, es gibt Duschen, meist sogar mit Heißwasser und Toiletten meist sogar sauber...
Der Campingplatz hat einige Bäume die Schatten spenden und ist nicht eingezäunt was einem das Gefühl von Abenteuer „pur“ gibt...
Auch diesmal sind wir mit 2 netten Gästen, einem Paar aus Deutschland zu diesem Campingplatz gefahren und haben am Nachmittag noch die Zelte aufgebaut und das Lagerfeuer vorbereitet. Wir hatten uns eben zum Kaffee niedergelassen als ein LKW mit Rangern in das Camp einfuhr, genauer gesagt es waren Jung-Ranger oder solche die es noch werden wollen. Die machten natürlich einen Heidenlärm was uns gar nicht gefiel. Zum Glück verspeisten Sie nur Ihre mitgebrachten Brote und zogen weiter. Wir konnten wieder die Ruhe auf dem Campingplatz genießen. Außer uns war noch ein Privat Auto mit 2 Personen am anderen Ende des Platzes. Kurz vor Sonnenuntergang hörten wir Löwen die zügig näher kamen, das ist in Komboia nichts Besonderes und solange man sie hört weiß man auch wo sie sind. Das Feuer etwas höher schichten und schon ist alles gut, allerdings kamen dann die Ranger mit dem LKW zurück, die wollten hier auch campen.... also haben sie erst die Zelte aus dem LKW geworfen und dann die Löwen gehört, zugegeben die waren mittlerweile sehr nah !! Mit unserer guten Taschenlampe konnten wir schon ab und an ein paar funkelnde Augen in der Dunkelheit ausmachen.
Die Ranger sind dadurch sehr nervös geworden und haben angefangen mit den Zeltstangen auf den LKW zu hauen um so möglichst viel Lärm zu machen und die Löwen zu verscheuchen, das war dann der Zeitpunkt als ich meine Gäste bat ins Bett, also ins Zelt zu gehen, denn genau wie ich befürchtet hatte, sind die Löwen kreuz und quer durch das Camp gelaufen und fruchtbar unruhig geworden, die Ranger, sehr mutig, haben sich auf die Ladefläche des LKWs zurückgezogen und keine Zelte aufgebaut sonder im LKW geschlafen. Die Löwen sind  noch lange durch das Camp gestreift und es wurde ruhiger, einige legten sich zum schlafen unter die Bäume andere neben die Zelte !! z.B. neben mein Zelt. Ich bemerkte,  daß sich die Zeltseitenwand plötzlich leicht nach innen wölbte und etwas warmes atmendes dort lag.. natürlich eine der Löwinnen. Daraufhin habe ich mich in Zeitlupe und OHNE zu atmen in die Zeltmitte vorgeschoben und obwohl ich nachts eigentlich nie raus muss zum pinkeln... wenn man dann weiß dass man nicht kann dann will und muss man auch...
Es war eine lange Nacht irgendwann bin ich wohl doch eingeschlafen und morgens waren alle Löwen weg, die Ranger auch.
 Ob die immer noch alle Ranger werden wollen??? :-)
November 2009
Gerdi

Die Löwen in der Serengeti

Wie schon in der ersten „Löwengeschichte“ sind wir auch diesmal auf einem nicht eingezäunten Campingplatz mit Löwenbesuch. Diesmal ist es der Ngiri Campsite in der Serengeti, 5 kleine Puplic Campsites reihen sich in der Serengeti aneinander und alle sind nicht eingezäunt, haben aber Toiletten und Duschen und eine überdachte Kochstelle.
Die Duschen sind mittlerweile  sogar im Campsite, vorher musste man etwa 200 Meter durch den Busch laufen bis zu den Duschgebäuden um dann fest zustellen dass kein Wasser da ist, falls Wasser da war konnte man davon ausgehen, bei etwas Wind, paniert wie ein Schnitzel ins Camp zurück zu kommen, also nicht sehr sinnvoll. Zudem man Gäste nur am ersten Tag zu Fuß zur Dusche schicken konnte, denn nach der ersten Nacht machte keiner mehr auch nur einen Schritt vom Lager weg. Wie gesagt haben wir auch in Ngiri abends und nachts regelmäßig Löwenbesuch.
Diesmal waren wir mit 4 Gästen unterwegs und Hannes, ein Alleinreisender Afrika erfahrener ( aber nur in Namibia in voll- Hochleitstungs-Strom umzäunten Campinplätzen ) war von Anfang an ein wenig unsicher ob er dieses doch sehr gewagte Abenteuer heil überstehen würde. Die Mädels dagegen kein bisschen bange oder zumindest zeigten sie es nicht.
Der Abend kam; das Abendessen vom Lagerfeuer zubereitet von Toni war wie immer lecker und schon verspeist, als wir uns um unser schönes Lagerfeuer versammelten. Ja natürlich werden da auch Fragen zu vergangenen Safaris gestellt und zu außergewöhnlichen Erlebnissen und da sind natürlich Tiergeschichten am Besten.
Wir waren gerade beim Thema „Löwen“ angelangt, als ich sie das erste Mal hörte, wie gesagt kein Problem solange, man sie hört kann man gut einschätzen wo sie sind und ob sie näher kommen. Als ich dann längere Zeit nichts mehr hörte, habe ich so ganz unauffällig das Auto neben dem Feuer in Position gebracht und die Türen geöffnet; nur so für den Fall....
Alle saßen ganz entspannt am Feuer auf unseren gemütlichen Safariklappstühlen als plötzlich genau unter unserem Duschsack, etwa 30 Meter entfernt, mehrere Augenpaare in Besorgnis  erregender Höhe und Abstand ( Löwen!! ) aus der Dunkelheit funkelten, ein sehr ins Mark gehender Brüller unterstrich noch die Präsenz der Löwen, eben genannte Safariklappstühle klappten beim abruptem Aufspringen der Gäste hinter ihnen zusammen und erschwerten so den Fluchtweg.... WOHIN.... na zum Auto, das musste ich nicht mehr lange erklären, alle waren schon im Auto jeder da wo er hingehört bis auf Hannes, der saß auf meinem Sitz, und hatte zur eigenen Sicherheit schon mal das Knöpfchen gedrückt, heißt Tür verriegelt. Als ich dann versuchte ins offene Fenster zu steigen um auf das Autodach zu kommen hat er kurzerhand auch noch das Fenster hochgedreht. So also – alle drinn – ich draußen bei den Löwen.... die Mädels haben die Situation sofort erkannt und mir die hintere Türe geöffnet, so dass wir zu 5 hinten saßen während Hannes alleine die Vorderreihe in Beschlag nahm...
Ich bin dann über die Sitze nach vorne habe das Auto gestartet und die Scheinwerfer angemacht, das war genug um die Löwen zu verjagen, sie zogen davon.
Nach einiger Zeit sind dann alle, muss ich erwähnen dass Hannes der letzte war, wieder aus dem Auto raus und ans Lagerfeuer zurück.
Nur kurze Zeit später hörten wir von dem benachbarten  Camp Geschrei, startende Autos, Scheinwerfer an und sogar Gehupe.... aha die Löwen sind als dort.
 Mit großen Erfolg haben unsere Nachbarn die Situation gemeistert und die Löwen waren
WIEDER bei UNS..!
Diesmal, nach meiner Standpauke wegen meinem Fahrersitz und dessen Besitz, und dass alle zu Fuß aus der Serengeti heimlaufen können wenn ich als einziger Fahrer und Weg Kundiger gefressen werde, diesmal also saßen ALLE hinten, auch ich, ich hatte ja nicht geglaubt dass es fruchtet wenn ich schimpfe, das war nun doch zum brüllen komisch und wir übertönten sogar noch die Löwen. Der Abend verlief noch ruhig und die Autotüren standen offen bis auch der letzte in seinem Schlafsack gerollt eingeschlummert war, von Löwen und anderen „Brüllern“ träumend

Februar 2010
Gerdi
 

Eros in Afrika

a_eros_klNun sind wir schon beinahe 3 Monate hier in der Mara und erleben jeden Tag als neues Abenteuer. Ich genieße die Zeit mit Eros jetzt sehr, nachdem die Anfangsnervosität nachgelassen hat.
Eros ist auch hier, genauso wie in Deutschland sofort „gut Freund“ mit allen Gästen geworden, selbst ältere Damen die eigentlich Angst vor Hunden hatten sind jetzt therapiert und Hundefreunde geworden..ja unser „charming“  Macho.
Nach wie vor gehen wir viel spazieren und nachdem einige Gäste auch Spielzeug nachgeliefert haben ( besten DANK auch dafür ) ist Ballspielen absolut der Hit, auch gerne 24 Stunden, die Gäste wechseln sich ab wenn der Arm vom Werfen weh tut und Eros ist unermüdlich. Die Paviane hat Eros jetzt auch im Griff, dass das keine Freunde sind war sofort klar als ein Pavian Männchen, ein recht stattliches, zu uns in Haus kam, obwohl Eros und ich drinnen waren, und an Eros Futterbox gegangen ist, die ist aus Metall aber der Affe hat es versucht und Eros hat es verhindert. Ich kann Euch gar nicht sagen wie dankbar ich war dass der Pavian sofort den Ausgang gefunden hat, ich möchte mir ungern ausmalen was passiert wäre  wenn ein Pavian mit Eros in der Küche einen Streit ausfechtet…….ein Albtraum. Jetzt weiß Eros dass er „die“ verscheuchen muss…und es funktioniert, sobald er sie auf dem Gelände sieht bellt er von der Veranda und meist hauen sie sofort ab, falls sich dreisterweise einer auf die Veranda wagt verfolgt er ihn schon mal bis in die Büsche……danach kommt er ganz aufgeregt zurück und ich muss mich echt wappnen denn er ist so aufgedreht dass er mich umspringt, zumindest am Anfang als ich noch nicht wusste was auf mich zukommt. Da haben sich alle Gedanken gemacht um Eros und um andere Tiere aber kein Mensch hat sich um MICH Gedanken gemacht. Am Anfang hatte ich Blaue Flecken an den Oberschenkeln und Knie in allen schillernden Farben, den linken Unterarm schon mal verbunden um die blutenden Schrammen seiner Krallen zu heilen…..jetzt weiß ich wenn er erfolgreich sein Revier verteidigt hat muss das gewürdigt werden, oder man wird niedergerannt…vor Freude versteht sich. Leider hat er letzte Woche auch mal Erfahrung mit Safari Ameisen machen müssen….die haben unser Haus überfallen so gegen Mitternacht, so dass wir in ein Zelt umziehen mussten, man kann gar nichts dagegen tun, außer gehen, Eros hatte sie leider schon im Fell und der Arme hat sich am Boden gewälzt und wir haben seine Beine mit Autan besprüht und dann mit warmen Seifenwasser gewaschen denn die Biester gehen ja nicht weg, die muss man wie Zecken einzeln abpflücken und die tun richtig weh. Ich hatte auch einige aber da ich kein Fell hab, zumindest größtenteils, ging es bei mir leichter die Viecher zu finden. Am nächsten Morgen war er dann doch sehr misstrauisch als wir in unser Haus zurückzogen.
Jede Woche haben wir die „Afrikan Night“ mit Buffet und Tanz und Gesang, das lieben die Gäste und vor allem Eros, denn es wird gegrillt, Ziege in Rippchen und Lammhaxen… und dann gibt es mindestens 2 Tage super tolle Knochen, bis jetzt ist er noch sehr brav im Lokal und bettelt nie, nur ab und an versucht er auch während des Essens jemandem zum Spielen zu animieren und manchmal findet er sogar jemanden der dann doch noch kurz mit raus geht und einmal den Ball wirft, so zwischen Suppe und Hauptgericht... Inzwischen bewegt sich Eros auch sehr selbständig auf dem ganzen Gelände er geht alleine vom Haus zum Restaurant oder mit dem Personal zur Staff-Unterkunft aber er verlässt nie das Gelände. Auch wenn ich mit ihm auf das Vollyball-Feld vor dem Gate gehe zum Frisbee werfen bleibt er am Gate stehen und wartet bis ich ihm erlaube zu kommen. ( Ramona und Christiane ich danke Euch für einen so klugen Hund….auch wenn er ein Macho ist….)
Leider kann ich Eros nicht vermitteln dass ich die Vögel und die Streifen- Mangusten füttern und beobachten möchte, er jagt sie mit dem gleichen Enthusiasmus wie die Paviane. Den Vögeln frisst er gar die Brotkrümel noch weg, als ob er nicht genug kriegen würde. Wenn andere Tiere zum Fluss kommen zum trinken schaut er zwar aber er sieht es wohl eher so wie fernsehen, als da aber nicht real. Das ist ganz gut so, denn sonst würde er die Warzenschweine und Gazellen auch noch verbellen und verjagen. Sonst ist er auch ein Super Wachhund, keiner kann meine Veranda oder gar das Haus betreten ohne gemeldet zu werden und am Abend meldet er im Restaurant wenn Fremde kommen die er noch nicht kennt. Meist begrüßt er ja die neuen Gäste mit mir zusammen so dass er nur bellt wenn jemand kommt der ihm noch nicht „vorgestellt“ wurde. Bei der täglichen ersten Morgenrunde ist er schwer beschäftigt, da sind so viele neue Gerüche von der Nacht zu finden dass er schon mal den Ball vergisst. Das ist aber auch kein Problem denn mein Personal weiß dass es „kleines Geld“ gibt für das Wiederfinden von Bällen. Allerdings habe ich Fredy im Verdacht dass er Eros hin und wieder den Ball abnimmt um ihn dann zu „finden“ und gegen Geld abzuliefern…jaja meine Pappenheimer…
So nun verabschieden wir und bis zum nächsten Bericht, wir wünschen Euch allen ein schönes Wochenende und alles Gute.
Wir gehen jetzt Gäste begrüßen oder Vögel jagen oder was so grad rumläuft……wuff wuff
Liebe Grüße aus dem Busch
Gerdi und Eros

Oktober 2010
Gerdi
Anmerkung des Webmasters: EROS IST TOT. Er starb 2011 an dem Stich einer Tse Tse Fliege.
Er war für einige Zeit ein tolles Mitglied des Camps und wird daher nicht von dieser Website verschwinden!

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Tel. Camp: +254 723 997 524
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